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Organisation:
Wenn _mathilda_ eine Reise tut, dann hat sie nicht nur viel zu erzählen und herzuzeigen, sondern das alles ist gut geplant. Auch wenn ich aufgezogen werde, weil ich wirklich Überlegung in meine Reisen stecke. Aber es hat sich gelohnt, die Tatsache, dass alles durchdacht ist, hat mir das Leben oft erleichtert. Nur: wie sieht das denn aus? Ich zeigs Euch:Die braune Tasche links oben ist die Utensilientasche - Fön, Wecker, Taschenlampe, Taschenmesser, Besteck und ähnliches finden darin Platz. Die blaue Tasche links unten ist mein Erste-Hilfe-Set mit Verbandsmaterialien, Salben, Tabletten und anderen Dingen, die man auf so einer Reise als ungeschickter Mensch brauchen könnte ;) Und rechts ist meine Kosmetiktasche, in der alles rund um Körperpflege und Schönheit drin ist.
Das Ding ist ziemlich praktisch, weil man es gut aufhängen kann und man so Zugriff auf die Sachen hat. Hier schon herausgenommen ist mein Schminkzeug, das gemeinsam mit den Haarklämnmerchen in einem eigenen Täschchen haust. Für jemanden, der so viel Zeugs braucht, um seinen Außenzustand aufrecht zu erhalten, ist da eigentlich nicht wirklich viel drin...
Weitere Täschchen, und zwar die aus dem Handgepäck. Von links nach rechts:
Das lila Zippertäschchen beherbergt normalerweise alle Kosmetika in meiner Handtasche. Dieses Mal hat es alle Sachen gefasst, die nicht flüssig oder pastös sind.
Die Sachen, die unter die Flüssigkeitsrichtlinien fürs Handgepäck halten sind in dem durchsichtigen Ziplock-Beutel. Unter anderem habe ich von allen wichtigen Sachen eine Probiergröße drin: Shampoo, Duschgel, Gesichtscreme usw., für den Fall, dass mein Gepäck nicht mit mir ankommt, damit ich zumindest eine Nacht problemlos "überleben" kann.
Darunter befindet sich meine Techniktasche, in der alles drin war, was irgendwie mit Spaßelektronik zu tun hat: mp3-Player, Universalstecker, Kamera und Zubehör, USB-Stick und ähnliches.
Das gelbe Netzdings beherbergt eine Notration Wäsche, also ein Shirt, einmal Unterwäsche und eine Strumpfhose, ebenfalls für den unwahrscheinlichen Fall eines Gepäcksverlusts.
Und ganz rechts ist mein Netbook inkl. Ladegerät und Maus.
Ebenfalls im Handgepäck logiert diese Mappe, in der alle Buchungsbestätigungen und Reisevorbereitungen, Landkarten und mein "little black book" verstaut sind. Wenn das Ding verloren geht, dann bin ich verloren ;)
Und so vollgestopft sah besagte Mappe bei der Rückkehr aus - angefüllt mit Rechnungen und Infofoldern. Die Gesamtheit der Prospekte und Infos seht Ihr oben unter Souvenirs - so richtig fällt nicht auf, wie fett und schwer dieses Ding geworden ist...
Und so sieht es aus, wenn ich eine Reise vorbereite: Ich sortiere die Infos nach Orten, schreibe mir Adressen und Öffnungszeiten auf, markiere Pläne, suche mir Shops raus, die ich besuchen will und drucke für den Fall des Naviversagens sogar Pläne aus. Der "kleine" Stadtplan von Montreal ist ein Moleskine City Notebook, in dem ich meine Erlebnisse festgehalten habe. Zudem habe ich die Planungsseiten so ausgedrückt, dass ich sie auf Notebook-Größe zuschneiden und einkleben konnte - siehe rechts unten. Ok, ich muss mich wohl nicht mehr wundern, dass ich Streberin genannt werde von meinen Kollegen :D
Nach einer Odyssee durch den Flughafen von Toronto (so blöd beschildert, und noch blöder aufgebaut) kam ich ziemlich erledigt bei der Mietwagenstation an. Der gelangweilte Angestellte bot mir ein Upgrade an, das ich abgelehnt habe, und fragte lapidar: “Do you need a GPS?”. Ich habe ihn darauf verwiesen, dass ich eines gebucht habe, und drum auch eines möchte, woraufhin er aus dem Hinterzimmer eines hervorkramte - dasselbe Modell wie jenes, das mich bei meinem letzten Abenteuer schon schmählich im Stich gelassen hat. Irgendwie hatte ich damit gerechnet….
Ich musste dann mit einem Zettel und dem Navi in der Hand zu einem anderen Counter marschieren, wo der ebenfalls nicht besonders motivierte Angestellte meinte, ich solle mir einfach von denen dort drüben eines aussuchen, Schlüssel steckt. Er verwies auf eine Reihe von Nissan Versa in unterschiedlichen Farben. Eigentlich wollte ich ja den blauen, aber der stand so doof, dass eine Säule das Öffnen des Kofferraums verhindert hat. Also habe ich der Einfachheit halber den weißen ganz am Ende genommen und mich aus dem Parkhaus geschlängelt. Draußen hat mich dann schon mal das Navi im Stich gelassen. Mir scheint, es wollte sich beliebt machen… Dank der besch….eidenen Beschilderung des Flughafens habe ich auch nur über Irrwege auf die Autobahn gefunden. Dann lief aber alles problemlos.
Zu meinem Bedauern musste ich entdecken, dass diesem Auto so ziemlich alle Features fehlen, die ich gewohnt bin. Kein Regensensor, kein Lichtsensor, kein Bordcomputer, kein Tempomat – “no frills” sozusagen. Da habe ich schon kurz bedauert, dass ich mich gegen was Besseres entschieden habe. Aber da ich ja immer noch Auto fahren kann, bin ich natürlich auch so klargekommen ;)
Da kanadische Motorways auf 100 km/h beschränkt sind, haben auch andere Nachteile wie die mangelhafte Dämmung und das schwammige Fahrwerk keine Rolle gespielt. Und eines muss man dem Auto lassen: es hat mich problemlos überall hingebracht. Die Tankanzeige hat sich zwar als veritables Schätzeisen erwiesen, und “vollgetankt” ist ein ziemlich relativer Begriff für die Mietwagenstation, aber ich habs geschafft, das Auto nicht leer zu fahren, obwohl es einmal SEHR knapp war. Aber Ida kann ja nichts dafür, dass die Service Stations entlang des Highways geschlossen waren, und auf einmal ein Schild “Next fuel 47 km” auftauchte, der Tank aber schon auf Reserve war. Das Navi war natürlich nicht hilfreich, und ich musste mich ein paar Kilometer überland durchschlagen, bis ich eine Esso-Station gefunden habe. Dann war aber alles wieder gut.
Abgesehen vom Verbrauch: geschätzte 8 l zieht das Auto durch. Ganz schön viel für einen Kompakten mit 122 PS und ohne Verbraucher außer Radio und Licht. Wenn ich mir ansehe, dass der Maxima mit über dem 2,5-fachen der Leistung und wesentlich mehr Gewicht auch nur 0,5 l mehr genommen hat, ist das definitiv zu viel. Auch wenn diesem Motor Normal genügt hatte und MÄX Premiumsprit wollte. Aber kein Wunder, dass Ida so viel Sprit nimmt, wenn sie bei 110 schon auf 27xx Touren ist...
Und wie kam der Versa nun zu seinem Namen? In Europa war dieses Auto unter dem Namen “Tiida” erhältlich. Also erste Silbe kürzen und den Rest englisch aussprechen - und schon kommen wir auf “Ida”. Dass das auch mal ein Hurrikane war .who car(es)? Dass dem Tiida hierzulande kein Erfolg gegönnt war, wundert mich offen gestanden nicht wirklich. Das Auto ist nämlich schon ein SEHR simples Konstrukt. Der Rotstift hat Regie geführt, deutlich sichtbar. Eigentlich wollte ich hier ja die witzige Zahlenkombi fotografieren, aber man sieht auch die Materialien recht gut.
Man kann aber auch zu sehr sparen: eine Kontrollleuchte, die anzeigt, ob das Licht an ist, wäre nicht zu viel verlangt, denke ich.
Der Kofferraum ist aber ganz ok, wenngleich der Zugang etwas blöd ist, vor allem durch die schmale Öffnung unten.
Das Garmin Navi hat mich wieder mal ziemlich in den Wahnsinn getrieben. Dieses Mal habe ich es mir aber einfach gemacht, bin in den nächsten Elektroladen und hab mir dort das billigste Navi mitgenommen. Kam mit Steuer auf 113 Dollar, also nicht mal 90 Euro. Auf die Idee hätte ich eigentlich beim ersten Mal schon kommen können - mir einfach drüben eines zu kaufen statt zu mieten und mich zu ärgern. Das Mio funktioniert auch wesentlich besser und zuverlässiger, auch wenn die POIs nicht so gut sind. Dafür sind sie aktuell, was auch nicht zu unterschätzen ist.
Wie die meisten Ami-Autos hat auch dieses eine ganz bestimmte Aufschrift: "Objects in the mirror are closer than they appear". Und ich glaube, ich habe ENDLICH begriffen, was damit gemeint ist. Denn tatsächlich sind die Objekte viel weiter weg als es im Spiegel aussieht. Allerdings ist der beifahrerseitige Außenspiegel anders "aufgelöst" als der Innenspiegel oder der Außenspiegel auf der Fahrerseite. Die Sachen, die in diesem Spiegel zu sehen sind, sind tatsächlich kleiner, weswegen sie im Vergleich weiter weg aussehen. Überhaupt sind die Spiegel der Amerikaner irgendwie seltsam. Sie sind irgendwie verwaschener, weniger klar, haben kein sauberes Bild. Und dadurch ist die Abschätzung der Entfernungen irgendwie schwieriger, ganz generell. Aber es hilft natürlich auch, vorsichtiger zu fahren, weil man sich nie ganz sicher sein kann.
Hier erahnt man eventuell etwas von der Spiegelkraft des Dings - da hatten keine paar Autos hinter Ida Platz. Aber eigentlich gings mir ja darum, dass wir hier in der Tiefgarage einem MÄX begegnet sind :)
Alles in allem war Ida eine nette Begleiterin für meinen Trip, auch wenn mir essentielle Features gefehlt haben. Aber: you get what you pay for. Und mit 200 Euro für eine Woche inklusive Navi habe ich einen guten Preis bekommen. Die 40 Euro Aufpreis, die das Navi kostet, habe ich im Übrigen reklamiert. Vielleicht bekomme ich sie ja tatsächlich erstattet. Falls nicht habe ich zumindest Ärger gemacht ;)