Montag, 17. Mai 2010

Reisebericht Kanada - Montreal, die Stadt

Willkommen zu meinem Streifzug durch Montreal. Diese Stadt war die einzige auf meinem Trip, die in Quebec und somit im französischsprachigen Teil Kanadas lag. Da mein Französisch eher eingerostet ist, und ich auch mit der französischen Mentalität nicht immer ganz warm werde, war ich gespannt, wie es hier werden würde. Nun ja, sagen wir mal so: dem gängigen Bild der Franzosen verpassen die Frankokanadier keine Politur im positiven Sinne :D

Und ja, somit ist dieses Bild durchaus auch eine passende Aussage zu meiner Wahrnehmung.

Der zart knospende Frühling hat die Pein aber etwas gelindert. Viel farbenfroher wurde es auf der ganzen Reise nicht - trübes Wetter und sich noch im Winterschlaf befindliche Vegetation haben hier "brav" ihren Teil geleistet.

Diese Depanneurs gibts immer wieder. Auch wenn mir die Deutung von "Beheber kleiner Pannen" gut gefallen würde - mit Autos haben die nichts zu tun. In Kanada bezeichnet man damit kleine Geschäfte, die lange Öffnungszeiten haben und somit in gewissen Notfällen behilflich sein können.

Als eines der Highlights haben die Reiseführer die Ile Sainte Helene angepriesen. Eigentlich besteht Montreal generell nur aus Inseln, diese hier ist aber eher klein und von der Stadt aus nur über Brücken oder mit der U-Bahn erreichbar. Sie ist ein Freizeitparadies bzw. wird als solches angepriesen - im Sommer wohl zu recht.

Hier mal ein Übersicht - mit herzlichem Dank an Googlemaps, wo ich mir das Satellitenfoto ausgeborgt habe. Was ich nicht wusste, und auf der Karte auch nicht zu sehen war - man kann die Insel gut befahren mit dem Auto, es gibt sogar massig Parkplätze. MASSIG! Alle grauen Flächen links und ganz oben sind Parkplätze. Der Freizeitpark, der sich im Norden befindet, hatte leider geschlossen. War ja nicht anders zu erwarten... Betreten habe ich die Insel auf Höhe des Schwimmbades, dann bin ich einmal rundum marschiert.

Dieser Blick auf die Stadt bietet sich vom "linken" Ufer aus.

Wofür an dieser Stelle ein Leuchtturm nötig ist, weiß ich nicht, aber da steht er nun, ziemlich dekorativ ebenfalls am westlichen Ufer.

Diese Brücke, die ein wenig an die Queensboro Bridge in NYC erinnert, steht relativ weit nördlich, aber noch südlich vom Vergnügungspark, der sich hier rechts von meiner Position befindet.

Da haben wir die Attraktionen des Parks auch schon. Die Achterbahnen haben durchaus so ausgesehen, als ob ich Spaß dran haben könnte. Aber es war halt leider zu. Was aber wirtschaftlich wohl auch besser war, denn ich bin auf dieser Insel keinem einzigen Menschen begegnet. Ich war mutterseelenallein. Zwei Autos sind vorbeigefahren, aber kein einziger Mensch ist dort spazieren gegangen. Es war fast so, als ob die Welt untergegangen wäre, und ich es nicht mitbekommen hätte. Spooky!

Das hier wäre eigentlich ein Rosengarten - wenn er denn schon geblüht hätte. Ist sicher hübsch dort im Sommer. Oder halt in den zwei, drei Monaten, in denen es da oben nicht kalt ist *gg*

Neben dem Vergnügungspark ist wohl die Biosphere einer der Hauptanziehungspunkte. Hier ist ein Museum zuhause, aber da Biologie nicht so ganz mein größtes Interesse ist, habe ich es ausgelassen.

Die Konstruktion fand ich aber interessant. Ist übrigens ein Überbleibsel der Weltausstellung von 1967.

Auch hier befindet sich Kunst, wenngleich dieser Stein ebenfalls nicht beschrieben ist, und ich somit nicht weiß, was genau mir das Ding sagen will. Auf dem Satellitenbild findet man dieses Ding übrigens rechts im unteren Drittel, knapp über der Brücke.

Man kann die Kugel sogar vom westlichen Ufer aus sehen, wenngleich sie sich da bemüht, mit den Bäumen zu verschmelzen.

Zurück am Festland, sprich einer so großen Insel, dass sie als Insel nicht wirklich wahrnehmbar ist:

Ein imposantes Gebäude gegenüber dem Musée Mc Cord. Es gehört, soweit ich mich entsinne, zur Musikuniversität.

In Vieux Montreal, der Altstadt, stehen alle Gebäude, die fürs Regieren und Verwalten zuständig sind. Das im Bild befindliche Rathaus ist grade in Renovierung begriffen, und damit der gemeine Tourist nichts verpasst, ist es mit einem Bild seiner selbst verhüllt. Fand ich nett. Hier kann man auch erkennen, dass Montreal eine recht hügelige Stadt ist.

Nicht nur hier, sondern auch an einigen anderen Stellen wirkte es durchaus so, als ob man eine Zeitreise gemacht hätte. 100 Jahren waren meist locker drin, gefühlsmäßig. Wenn da halt die Autos nicht wären...

Noch mal ein Beweis für die Steigungen, die es in Montreal geben kann. Sieht aber irgendwie viel weniger steil aus, als es tatsächlich war... Von der Säule aus guckt übrigens Nelson in die Lande. Ok, eigentlich mehr oder weniger auf den Mont Royal...

Auch Montreal hat eine Chinatown, und die ist auch deutlich gekennzeichnet. An allen Ein- und Ausgängen gibt es diese großen Portale, damit man sich auch wirklich nicht darüber im Unklaren sein kann, wo man denn gerade ist.

Und mitten in Chinatown habe ich dieses Haus gefunden, das mich stark an Europa erinnert hat - an Bamberg mit seinen vielen Fachwerkhäusern im Speziellen. Wie das wohl hierher gekommen sein mag?

In der Nähe meines Hotels bin ich dann noch über das hier quasi gestolpert. Was wie ein gewöhnlicher Kanaldeckel aussieht, ist eigentlich recht hübsch designt. Und besonders aufgefallen ist mir eben, dass dieser "Bell"-Deckel direkt beim "Centre Bell" in den Boden eingelassen ist. Die anderen Kanaldeckel in der Stadt sehen meist anders aus - ich hab extra geschaut ;)


Wie man sieht, ist Montreal nun wirklich nicht besonders aufregend, wobei es eventuell im Sommer mit grüner Vegetation und etwas mehr Sonne doch noch recht hübsch sein könnte. In meinen Augen hat man aber nichts verpasst, wenn man nie dort war.