Montag, 29. Dezember 2008

Nochmal Kältebetrachtung

Heute früh wurde ich schon wieder um ein Grad belogen. Teilweise sogar um zwei! Zwischenzeitlich hatte es nämlich am Weg sogar -8°.

Die gute Nachricht ist, dass ich die Eiseskälte überlebt hab, auch wenn mir eine von den Temperaturen induzierte Träne auf der Wange festgefroren ist.

Und: Die Physik sagt, dass Dinge sich bei Kälte zusammenziehen. Meist hat sie recht, Wasser mal ausgenommen. Spannend ist aber, dass die Kälte scheinbar auch Auswirkungen auf meinen Schreibstil hat: Sie hat meine Sätze verkürzt! Das ist dann wohl physikalische Psychologie. Oder Psychophysik. Oder so.

Das lässt vermuten, dass auch mein Hirn Schaden genommen hat ;) Drum werde ich es jetzt mit dem Fön vorsichtig wieder erwärmen, während ich versuche, den nächsten bad hair day zu vermeiden. Obwohl: Unter einer Mütze sind doch alle Haare verwurschtelt...

MINUS SIEBEN GRAD CELSIUS (-7°C)

Es ist Winter. Jahreszeitlich wie wettertechnisch. Dankenswerterweise liegt in Wien wenigstens kein Schnnee. Allerdings ist es kalt. SEHR KALT. Vor allem feucht-kalt. Gestern früh hat meine zum Frühdienst erscheinende Kollegin gemeint, es habe -6°. Tatsächlich hatte es sogar -7°! Da jedes halbe Grad weniger für mich eine Zumutung darstellt, war ich also rechnerisch gleich mit 2 Zumutungen konfrontiert.

Heute früh wurde ich für diese Aussagen verlacht. Frechheit! Mir wurde erklärt, erst ab -20° wäre es wirklich kalt. Ja, mag sein, dass ich verwöhnt bin. Alles unter 18° (plus, wohlgemerkt!) finde ich schon nicht mehr besonders erstrebenswert. Einstellig ist meinetwegen grad noch so ok. Aber minus geht gar nicht! Ich bin nicht der klassisch verfrorene Typ, aber bei so einem Wetter wird mir schon beim Gedanken ans Rausgehen kalt.

In einigen Minuten muss ich wieder raus in die Kälte. Einmal quer über der Parkplatz in die Parkgarage. Also ca. 100 m durch die eisige Luft. Muss aufhören, bibber jetzt schon. Wann wirds wieder warm?

Freitag, 26. Dezember 2008

Zitiert I - Märchen

Isabella hat gestern bei der Revision des Weihnachtsfernsehprogramms einen tollen Spruch losgelassen:
Auf ARD gibts den ganzen Tag nur Märchen. Neuverfilmungen, nicht diese tschechischen Märchen wie "3 Haselnüsse für Aschenbrödl".

Tolle Zusammenwürfelung von Metaphern :)

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Bad hair day

Wohl jeder von uns kennt sie, keiner mag sie: Tage, an denen die Haare alles tun, nur nicht das, was der Träger sich vorstellt.

Meine Haare sind ja ohnehin ein Kapitel für sich. Nach dem letzten Friseurbesuch fallen sie zwar wieder einigermaßen so, wie sie es sollten, aber Garantie gibt es dafür keine. Gestern konnte ich sie ohne viel Aufwand in eine angemessene Form fönen. Heute nach dem Aufstehen sah der Schopf ebenfalls noch recht passabel aus (Übersetzung: Zeitaufwand meine Haare ausgehfertig zu machen liegt unter 10 min.). Dann meldete sich Isabella und regte den gemeinsamen Konsum eines koffeinhaltigen Heißgetränks an. Meine Zustimmung läutet ihn wohl ein, den bad hair day. Denn als ich vor den Spiegel trete, um mich herzurichten, ist von passabel nicht mehr die Rede. Viel mehr haben sich meine Haare wohl bei der Idee, in die Kälte getragen zu werden, vollkommen verspannt.

Meine Versuche mit Wasser, Heißluft-Lockenstab, Stylingprodukten, Fön und Bürste einen herzeigbaren Zustand herzustellen, scheitern spektakulär. Auch nach 15 Minuten Arbeit herrscht auf meinem Haupt noch ein Gewirr, das eher an einen ausrangierten Wischmop denn an eine Frisur erinnert. Da mir der out-of-bed-look nicht steht, bleibt nur eines - Haare waschen.

Normalerweise löst spätestens der Kontakt mit Shampoo das Problem. Nicht aber heute: auch der zweite Stylingversuch ringt mir überproportional viel Zeit und Nerven ab, das Ergebnis ist bestenfalls mit suboptimal zu umschreiben. Aber wenigstens hab ich dadurch eine amüsante Ausrede dafür, dass ich Isabella ein paar Minuten über den verabredeten Zeitpunkt hinaus warten lassen musste: "Ich habe gerade mit der Mutter aller bad hair days gekämpft".

Dienstag, 23. Dezember 2008

Was beim Fadisieren rauskommt ;)

Dass Kranksein doof ist, habe ich ja schon einmal festgestellt. Ich bin zwar dankenswerterweise am Weg der Besserung, aber Motivation hab ich immer noch keine. Drum bleibt die Hausarbeit liegen (was auch im Sinne des Krankenstands ist), auch zum Basteln kann ich mich grad nicht so aufraffen - was schade ist, denn eigentlich hätte ich das eine oder andere zu basteln und es macht mir ja auch immer viel Spaß. Aber wenn die Inspiration fehlt...

Uninspiriert blättere ich also zwei Magazine durch, die ich in Deutschland erstanden hab. Das eine ein Frauenmagazin, das andere ein Automagazin. Und statt Inhalt fällt mir vorrangig ganzseitige Printwerbung auf. Also mal nachzählen (ich hab ja nichts anderes zu tun):

Die Frauenzeitschrift weist inklusive Umschlagseiten 222 Seiten im Format 22,5x17 cm auf. Davon sind 60 Seiten Werbung, 50 Seiten entfallen auf ganzseitige Bilderstrecken mit wenig bis gar kein Text und auf 7 Seiten geht es um Redaktionelles. Somit bleiben 105 Seiten "Inhalt", der auch weitgehend aus Bildern oder aus Produktvorstellungen besteht. Die Artikel sind oberflächlich und wenig informativ.

Die Autozeitschrift besteht aus 92 Seiten im Format 33x22,5 cm, ist also fast doppelt so groß. Davon sind 16 Seiten Werbung, je 5 Seiten entfallen auf ganzseitige Bilder beziehungsweise Redaktionelles. Das ergibt 66 Seiten Inhalt, bei dem Text und technische Angaben die Bilder überwiegen.

Die Frauenzeitschrift besteht somit zu 27% aus Werbung und zu 47,3% aus Inhalt, das Automagazin hat 17,4% Werbung und 71,7% Inhalt vorzuweisen. Irgendwie erschüttert das meine Meinung über Männer als optische Wesen. Und mir kommt vor, Frauen werden für kaufsüchtig gehalten... Die logische Schlussfolgerung: Ich werde künftig weniger Geld für Magazine ausgeben und mir auch beim Kranksein sinnvolle Beschäftigung suchen ;)

Sonntag, 21. Dezember 2008

Unerklärliche Phänomene im Alltag II

Passieren Euch auch immer wieder Dinge, die Ihr Euch mit Logik kaum erklären könnt? Falls nicht: mir trotzdem ;)

Zum Beispiel der Harndrang, der mich beim Betreten meiner Wohnung ganz unvermittelt überfällt. Ich bin unterwegs, alles ist paletti. Grad beim Autofahren sollte man eine volle Blase merken, aber nein, nichts dergleichen. Dann sperre ich die Wohnungstür auf, und auf einmal ist es ganz dringend. Grad, dass ich noch aus Schuhen und Jacke rauskomm. Das passiert mir aber nur bei meiner Wohnung, nicht bei den Wohnungen anderer Menschen, nicht wenn ich das Firmengebäude betrete, nicht wenn ich andere Gebäude besuche. Und es ist auch kein Reflex, die Entleerung lohnt schon. Wer weiß, eventuell weiß meine Blase ja, dass sie bald daheim ist, und quält mich vorher gar nicht erst. Oder meine Wohnungstür steht auf einer Wasserader.

Auch spannend ist das Verhalten der kleinen Plastikdöschen, in denen ich die Schmuckperlen für meine Bastelarbeiten kaufe. Die kriegt man, wenn man sie öffnen möchte, kaum auf. Da muss man schon sehr viel feinmotorisches Geschick walten lassen (ja, ich kann das!). Wenn sie runterfallen, gehen sie aber gaaaanz leicht auf. Eh klar, die Entropie strebt dem Maximum zu, und man investiert sehr viel Energie, bis man die ganzen winzi-wuzzi-Perlen wieder zusammengesammelt hat.

Außerdem muss eine globale Verschwörung gegen meine Konsumbestrebungen im Gange sein, wie beim schwarzen Rock schon angetestet. Dieses Beispiel ist profaner: Ich wollte mir eine weitere Dose für meine Kaffeepads zulegen, weil ich doch mit mehr als zwei Sorten Kaffee hantiere. Egal, wie oft ich bei den einschlägigen Elektromärkten oder in großen Supermärkten in den entsprechenden Abteilungen war, ich habe keine gefunden. Bei meinem konsumintensiven Deutschlandaufenthalt ist mir glatt so ein Ding über den Weg gefallen, und ich habs gleich eingesackt. Und was erblickt mein bebrilltes Auge am Freitag beim örtlichen Elektromarkt? Exakt: BERGE von Senseo-Dosen.

Ebenfalls in diese Kategorie passend ist meine momentane Begeisterung für gemusterte Strumpfhosen (oder, wie eine meiner Kolleginnen meinte: "Tussistrumpfhosen" *g*). Immer, wenn ich ein hübsches Exemplar sehe, das für einen halbwegs vertretbaren Preis zu haben ist, wandert es in meine Strumpfschublade. Zwar hab ich schon in die eine oder andere einen Zieher oder gar eine Laufmasche gemacht, aber sie sind noch alle tragbar. Mein Trip nach Deutschland war auch in Beinbekleidungshinsicht sehr ertragreich: Ich hab mir sicher fünf neue Strumpfhosen geholt. Entsprechend hab ich mir beim Überblick über meine Beute doch überlegt, ob ich die wohl je alle kaputtkriege. Denks mir, zupfe an dem Exemplar, das ich gerade trage und schaffe es doch glatt, mit dieser Handbewegung eine kleine Laufmasche zu produzieren. Damit es sich lohnt, natürlich auch exakt da, wo der Schlitz des Rocks sitzt.

Selbst wenn ich Pawlow, Murphy, Thermodynamik und selffulfilling prophecies zu Rate ziehe, kann ich mir das nicht ausreichend erklären. Die Welt ist seltsam.

Freitag, 19. Dezember 2008

Bakterienparty - oder: Kranksein ist doof

Winterzeit ist Krankheitszeit. Weihnachtszeit ist Feierzeit. Und darum haben sich die Bakterien wohl auch genau diese Zeit ausgesucht, um sich bei mir einzunisten und hier die Party des Jahres zu feiern... Erst dachte ich, das bisschen Schnupfen bekäme ich leicht in den Griff. Als dann aber das Pulsieren in den Nebenhöhlen anfing, die Gehörgänge sich wie mit der Stricknadel punktiert anfühlten, der Hals kratzig wurde, die Lunge kettenhemdartig zu rasseln begann und sich das alles gemeinsam mit Schwächegefühl zur mittlerweile vollkommen verstopften Nase gesellten, habe ich mich doch zum Arztbesuch entschlossen. Das Ergebnis:



Was die niedlichen kleinen Löwen gegen Mittelohrentzündung, Nasennebenhöhlen- und Stirnhöhlenentzündung, beginnende Laryngitis und Bronchitis machen werden, weiß ich noch nicht so genau, aber ich werds hoffentlich bald rausfinden. Bis dahin werd ich meinen Tempovorrat weiter dezimieren. *hatschi*

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Zählen und Rechnen auf Französisch

Nein, ich möchte mich nicht darüber beschweren, dass die Franzosen bis zur Zahl 16 eigene Wörter haben, und nicht nur bis 12, was ja vom Dutzend her leicht abzuleiten ist. Auch über Konstruktionen wie vier-zwanzig-elf (quatre-vingt-onze = 91) will ich mich nicht mokieren. Aber die Eigenheiten von Cecilia in Bezug auf den Umgang mit Zahlen sind auch nicht ohne.

Auf der langen Fahrt vom Rheinland nach Wien hatte ich mal wieder Gelegenheit, die Reichweitenanzeige zu beobachten. Die zählt recht seltsam:
Über 500 km Reichweite gibt es nur Werte mit 00, 20, 40, 60 oder 80, also durch 20 teilbar.
Zwischen 200 und 500 km werden immerhin alle 10er-Werte angezeigt, also zusätzlich auch 10, 30, 50, 70 und 90.
Unter 200 km wird dann in 5er-Abständen gezählt. Und unter 30 km kriegt der Fahrer gar keine Zahl mehr zu sehen, da wird nur mehr --- angezeigt.

Ja, klar, je länger man fährt, desto genauer kann berechnet werden, wie weit das Auto mit dem Resttankinhalt noch kommt. Dennoch finde ich die Zählweise recht verblüffend, vor allem, weil bei fast vollem Tank die Reichweite nicht um 20 km schwankt, sondern um 80 oder 100. Aber ich mag ja das Gefühl, durch vorsichtige Fahrweise Sprit zu produzieren ;)

Soweit, so französisch (obwohl mir das eigentlich eher spanisch vorkommt). Wirklich lustig wurde es aber heute früh gegen halb sieben an der Tankstelle. Die Restreichweite stimmte eigentlich über die ganze Fahrt so plus/minus 10 km mit der Reststrecke überein. Da ich mich aber nicht auf diese laisser-faire-Anzeige verlassen wollte, habe ich beschlossen, noch mal 5 Liter nachzutanken, sicher ist sicher. Bevor ich ohne Diesel auf der Autobahn stehe und stundenlang in der Kälte und im Nieselregen auf den Pannendienst warte, keine 10 km vom ersehnten Bett entfernt, füttere ich mein Auto lieber noch mal.

Cecilia hat gemeint, dass sie mit dem, was noch im Tank ist, noch 75 km weit kommt. Mit weiteren 5 l hätten also ca. 150 km am Display stehen sollen. Soweit die Theorie. Praktisch blieb trotz Nachfüllen (und Bezahlen!) die Reichweitenanzeige bei 75 km stehen. Da ich schon recht müde war, habe ich mir überlegt, ob ich das nur imagniert hab, aber die Tankrechnung in meiner Geldbörse spricht eine andere Sprache. Ich bin heil daheim angekommen, ich habs ohne Liegenbleiben in die Firma geschafft - ich hab also wirklich getankt ;) Interessant find ich die französischen Grundrechnungsarten dennoch...

Montag, 15. Dezember 2008

Diskriminierung!

Wie ich bereits erzählt hab, bin ich bei Annette in Köln zu Besuch. Auch schon berichtet habe ich von meiner Höhenausdehnung von eher kurzen 1,65 m. Annette ist so diverse Zentimeter größer als ich, was ganz seltsame Folgen hat. Seit meinem letzten Besuch hat sie einen neuen Spiegelschrank. Als ich mich da nichtsahnend spiegeln wollte, konnte ich zu meinem Entsetzen mit Müh und Not grad noch mein Kinn sehen, so hoch hängt der. Und heute morgen fand ich da einen Zettel, der grad noch so auf Augenhöhe hing. Auf meiner Augenhöhe, wohlgemerkt. Aber seht selbst:



Irgendwie fühl ich mich diskriminiert. Als kleiner Mensch bloßgestellt. Verspottet. Und vor allem hab ich mich köstlich amüsiert :)

Sonntag, 14. Dezember 2008

ES IST VOLLBRACHT!

Alle, die meines Jammerns über die mangelhafte Verfügbarkeit schwarzer Röcke nach meiner Vorstellung bereits überdrüssig wurden, sind nun erlöst. Alle, die gerne meine weitere Verrenkungen konsumtechnischer Natur verfolgt hätten, muss ich aber enttäuschen. Ich bin seit heute Nachmittag im Besitz eines schwarzen Rockes! Und das kam so:

Ich weile zur Zeit bei Annette in der Nähe von Köln. Bekanntlich liegt Köln in Deutschland. In Deutschland ticken die Uhren anders. Denen war quasi egal, dass heute laut Kalender Sonntag ist, die anerkannten Kirchen den Tag des Herrn deklamieren und das Gesetz geschlossene Ladentüren in den Konsumtempeln vorschreibt. Also haben die Köln Arcaden heute, 10 Tage vor Weihnachten, uneigennützig den Konsumwilligen von 13-18 Uhr die Gelegenheit gegeben, der Wirtschaftsflaute zu trotzen und ihr Geld in den unzähligen Geschäften auszugegeben.

Annette und ich haben die Gelegenheit freudig wahrgenommen. Ich bin zwar jemand, der generell den Besuch von Einkaufszentren an stark frequentierten Tagen verweigert, aber mit Annette einkaufen zu gehen, stellt eine besondere Freude dar und musste entsprechend genutzt werden, da sie die nächsten Tage arbeiten muss. Und mit Annette lässt es sich sogar Sachen shoppen, die sonst schwer aufzutreiben sind. Außerdem hatte sie auch einige Dinge auf der Liste stehen, die sie gerne hätte.

Wir waren bis auf 2 oder 3 Läden in jedem einzelen Geschäft, das Bekleidung verkauft. Wir haben auch reiche Beute gemacht, obwohl schwarze Röcke dünn gesät waren. H&M, dessen Damenabteilung in der obersten Etage liegt, hatten wir uns bis zuletzt aufgespart. Wohl bereits in Erwartung einer erneuten Niederlage hatte ich zu diesem Zeitpunkt aber bereits beim Zug durch die Geschäfte ein braunes und ein rotes Shirt, einen türkisen Pulli und eine Computermaus ergattert.

Bei H&M hab ich dann wider Erwarten gleich zwei Röcke gefunden, die in das Anforderungsprofil passen. Vermutlich genau die zwei Stück, die ich mir auch im Versand bestellt habe (und die bis Freitag abend nicht angekommen sind!). Ich hab mir von den beiden also jeweils ein Exemplar geschnappt und anprobiert. Der eine sass perfekt an der Hüfte, kniff nur eine Winzigkeit in der Taille. Darf er auch bei Größe 38. Der zweite hingegen ging problemlos zu in der Taille, dafür war die Bewegungsfreiheit quasi nicht mehr gegeben, weder Bauchatmung war noch drin, noch gehen.

Ich habe mich also entschlossen, Rock 1 zu kaufen und das als weiteren Abnehmanreiz zu verwenden. Zudem kämpf ich ja noch mit dem Vollmondkilo... Hach, was kann mich ein Kleidungsstück glücklich machen :) Danke Annette für deine tatkräftige Unterstützung und Beratung - hat Spaß gemacht.

Samstag, 13. Dezember 2008

Die Bielefeld-Verschwörung

Vor einigen Tagen habe ich zwei meiner Arbeitskolleginnen darauf angesprochen, dass es Bielefeld gar nicht gibt. Sie wussten nichts davon! Ich war erstaunt, dachte ich doch, das sei Allgemeinwissen. SIE sind also außerordentlich erfolgreich bei der Vorspiegelung einer kompletten Stadt!

Heute habe ich in einer Diskussion mit zwei deutschen Teilnehmern ebenfalls nur Unverständnis geerntet. Annette meinte sogar, sie sei schon mal in Bielefeld gewesen! Sie war nicht davon zu überzeugen, dass sie einer Täuschung unterlegen ist. Ich bin entsetzt, wie weit IHRE Macht reicht.

Langsam frage ich mich, ob ich die Einzige bin, die informiert ist. Unterliege ich einer konzentrierten Desinformationskampagne? Werde ich beobachtet? Wird man mich ausschalten, wenn ich das Geheimnis verrate? Ich hoffe nicht, denn eine kleine, geheime, nur einem verschworenen Zirkel zugängliche Seite namens Wikipedia klärt auf. SIE können also doch nicht verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Informiert Euch!

Freitag, 12. Dezember 2008

Vollmond nervt!

Eigentlich bin ich ein geerdeter Mensch. Astrologie ist mir wurscht. Esoterik sowieso. Aber das allmonatlich* wiederkehrende Ereignis "Vollmond" und dessen Auswirkungen kann ich nicht übersehen oder leugnen.

Wenn meine Waage vollkommen unprovoziert plötzlich von jetzt auf gleich ein Kilo mehr anzeigt - dann ist der Vollmond im Anmarsch. Dieses Kilo mehr nervt übrigens tierisch, denn es verschwindet viel langsamer als es gekommen ist.

Wenn es auf den Straßen noch chaotischer zugeht als an einem durchschnittlichen Tag, ist anzunehmen, dass die Autofahrer vollmondbelastet Unfug treiben - und mich damit in den Wahnsinn.

Wenn meine Kunden anstrengender und verständnisloser sind als sonst, kann ich getrost auf dem Kalender nach dem Vollmondsymbol suchen gehen - es besteht mit Sicherheit ein Zusammenhang.

Aber ich frag mich schon, ob es wirklich der Mond selber ist, der diese ganzen Auswüchse bewirkt, oder ob es nicht einfach das Wissen um den Mond ist und somit die von mir beobachteten Vorkommnisse quasi psychosomatisch sind. Was wäre, wenn wir ohne Mondkalender und ohne Blick auf unseren Trabanten leben würden? Wären die Leute dann auch so seltsam? Würde meine Waage mich auch so ärgern (Wenn ich nur wüsste, wie die mit dem Mond kommuniziert *g*)? Fragen über Fragen....

*) Diese Unschärfe sei mir gestattet

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Amazon, die Rückgabeprozedur

Dass Amazon super ist, hab ich ja schon kundgetan. Amazon ist auch kundenfreundlich, insofern, als dass die auch Sachen zurücknehmen, unter bestimmten Bedingungen. Und ich werd was zurückschicken, weil ich die DVD zwischen Bestellaufgabe und Packerlankunft geschenkt bekommen hab. Zu diesem Behufe gibts dann auf der Rechnung einen Punkt: "Rückgabe leicht gemacht". Ich freu mich schon.

Zu früh. Man muss eh nur auf den Link gehen, der auf der Rechnung angegeben ist. Dann muss man sich einloggen. Anschließend muss man auswählen, welches Produkt man dem Online-Händler wieder zurückgeben mag. Man muss begründen, warum man das Ding zurückgehen lässt. Dann darf man sich einen Barcode und ein Etikett ausdrucken. Auf zwei Blättern, nicht auf einem. Das Etikett ist zum Ausschneiden und den Absender muss man auch selber ausfüllen. Warum wird mir erst über mein Konto ein unikaler Barcode zugewiesen, und dann darf ich erst recht beschriften? Dann kommt der eine Zettel ins Paket, der andere wird beschnippselt und draufgepickt. Zur Post tappern, Rückporto selber zahlen und dann auf die Rückbuchung der Summe auf die Kreditkarte warten...

Da lob ich mir den altmodischen Versandhandel: Ich kreuz auf einem gesonderten Abschnitt an, was ich warum zurückschick, pick das beigelegte Etikett aufs Packerl und schicks unfrei zurück. Bezahlt wird nur, was ich behalte. Schöne neue Medien-Welt.

Dienstag, 9. Dezember 2008

Amazon - oder: eierlegende Wollmilchsau

Ich gestehe: ich liebe Amazon. Amazon ist einfach toll. Da gibts so gut wie alles. Da gibts Infos und subjektive Meinungen zu vielen Sachen, man kann es also auch als Informationsquelle und Entscheidungshilfe nutzen. Und man kann dort günstig einkaufen, auch wenn das klassische Shoppingerlebnis fehlt. Aber diese Möglichkeiten *schwärm*

Am Freitag in der Früh hab ich beschlossen, ich wolle mir ein paar Sachen gönnen. Freitag abend waren sie schon verschickt. Der Post sei dank hab ich sie Dienstag früh auch schon bekommen (Wochenenden und Feiertagen können in dem Kontext ganz schön nerven!). Wo sonst geht das so fix? Bei H&M nicht, da wart ich noch aufs Packerl ;)

Weil mir kurzfristig beim Bloggen über die eingewanderten Wörter noch was eingefallen ist, habe ich noch mal zwei Bücher geordert. Unglücklicherweise hab ich ungeduldiges Wesen aber übersehen, dass eines der Bücher erst nach 4-5 Tagen versandbereit ist. Und nun sitze ich wie auf glühenden Nadeln - ich will die Bücher haben! Nicht, dass ich Zeit hätte, sie zu lesen, aber ich hab das Verlangen, sie zu haben. Und da könnte ich Amazon für die unzähligen Möglichkeiten verabscheuen, denn ohne Amazon wär das nie passiert!

So nahe liegen Freud und Leid manchmal beieinander. Und: Meine Sorgen möcht ich haben ;)

Montag, 8. Dezember 2008

Von einer die (sich) auszog, um einen schwarzen Rock zu kaufen

Da ich bei der Reduktion meines Körpergewichts dankenswerterweise gute Erfolge erzielt habe, bin ich auch aus einigen besonders beliebten Kleidungsstücken herausgeschrumpft. Jetzt passt mir keiner der drei schwarzen knielangen Röcke mehr wirklich, die in meinem Kleiderschrank ihr Dasein fristen. Da ich meine Röcke lieber auf der Hüfte trage als in einem dekorativen Häufchen um meine Knöchel, muss also ein neuer her.

Die Vorgaben sind simpel: Knielang, also so kurz, dass das Ding über dem Knie aufhört, denn ich habe bei längeren Röcken das Problem, dass die dann an der kräftigsten Stelle der Wade enden, was den Beinen den Anschein von sehr stämmig gibt. Schlicht wär mir recht, also halbwegs auf Figur geschnitten, mit einem Schlitz seitlich oder hinten, aber ansonsten kein Schnickschnack, keine Taschen, keine Applikationen. Klingt nach einem klassischen schwarzen kurzen Rock, oder?

Tja, wenn die Welt so einfach wär… Ich wohne unweit der SCS, der Shopping City Süd. Ein riesiges Einkaufszentrum, und auf einem erklecklichen Anteil der Verkaufsfläche werden Textilien feilgeboten. Viele Modeketten sind dort vertreten. Letzte Woche habe ich sie alle konsultiert.

In Erwartung weiterer Schrumpfung möchte ich für den Rock nicht allzu viel ausgeben, also probiere ich es mal bei den günstigeren Vertretern der Modeketten. H&M, Schöps, Vögele und Orsay enttäuschen, der Flop bei New Yorker war zu erwarten, aber ich lass ja keine Gelegenheit ungenutzt. Tag eins endet mit dem Erwerb eines kurzen blauen Rocks, eines dunkelblauen und eines lilafarbenen Oberteils, Haarspangen, eines Modeschmuckrings und einer ebensolchen Brosche.

Tag zwei führt mich zu Fussl’s Modestraße (bescheuerter Name!), Zara, Xanaka, Bonita, Zero und Bonny Zago. In letzterem Geschäft wäre ein annehmbares Exemplar Rock zu einem vertretbaren Preis zu haben – allerdings qualitativ unter jeder Kritik, und so unsauber vernäht, dass ich Abstand genommen habe. Amüsant alleine, dass die der Pubertät noch nicht lange entwachsene Verkäuferin nach der Prüfung aller vorhandenen Röcke dieses Zuschnitts (jeder auf individuelle Weise mit Fehlern ausgestattet) versucht mir einzureden, das müsse so… Dieser Tag endet mit dem Erwerb eines kurzen beigen Rocks, eines braunen und eines hellblauen Shirts.

Ich hatte an diesen beiden Tagen viele, viele Röcke in der Hand. Ich habe mich recht bald vom Anspruch „auf Figur geschnitten“ verabschiedet, würde also auch eine A-Form in Betracht ziehen. Ich lasse auch in Bezug auf Gürtel oder eine Schleife mit mir reden lassen. Aber die Dinger gehen prinzipiell alle über mein Knie. Man mag einwenden, dass ich mit 1,65 m nicht unbedingt zu den Riesinnen zähle, aber ich frage mich, für wen geschneidert wird? Frauen ab 1,88m?? Das andere Extrem sind Ultra-Kurz-Minis, auch bekannt als Breitgürtel. Allerdings weigere ich mich standhaft, einen „Rock“ zu tragen, bei dem nicht mal mein Hintern bedeckt wird, von den Schenkeln ganz zu schweigen. Ich habe ja Mitleid mit der ästhetischen Wahrnehmung meiner Mitmenschen. Schulmädchen-Style-Faltröcke sind a) zu kurz und würden sich b) mit meiner kurvigen Figur nicht harmonisch zu einem Bild fügen. Nun ist guter Rat langsam teuer. Von I. bekomme ich einen gratis: „Geh doch in ein Kellnerinnen-Bedarfs-Geschäft!“. Bald bin ich soweit ;)

Die Onlinerecherche bei den bekannten Versandhäusern ergibt, dass schwarze Röcke, die knapp überm Knie enden, eine ausgestorbene Textilgattung sind. Wer nun meint, ich wolle etwas vollkommen unmögliches, der irrt aber. Ich bekäme unzählige Röcke nach meiner Vorstellung, in Canvas, Tweed, Wolle, Strick, T-Shirtstoff, Cord, Samt, Jeans. Und auch in Stoff, in einer breiten Palette von Farben, nur nicht in schwarz (ja, schwarz ist keine Farbe, ich weiß. Aber tun wir so als ob *g*). Schwarze Kleider in allen möglichen Schnitten, die knapp über meinem Knie enden – kein Thema. Aber kein Rock.

Nach einem Tag VerzweiflungsVerschnaufpause nutze ich die verlängerte Donnerstagsöffnungszeit, und gehe in jeden Laden in der SCS, der Textilien an den Menschen bringt und noch nicht examiniert wurde. Sogar in solche, die ich normalerweise der Schonung meines Kontos willen nicht betrete. Man ahnt es schon – ich ende ohne Beute. Ein Exemplar nach meiner Vorstellung wäre mir untergekommen, der Preis betrug aber nach Reduktion immer noch ein Mehrfaches dessen, was ich leichten Herzens ausgebe. Dieses Mal ziehe ich auch ohne Ersatzbeute von dannen. Denn ich habe Dinge gesehen, die jegliche Kauflust im Keim erstickt haben. Ich glaube, ich weiß jetzt, wo die ganzen Menschen, deren Geschmack ich zu bezweifeln wage, ihre modischen Verwirrungen beziehen.

Freitags begebe ich mich dann an einen Ort, den ich dachte, nie wieder zu betreten. Die Verzweiflung treibt mich zu Adlers Modemarkt! Zeitgleich mit einem ganzen Pensionistenheim versuche ich etwas Kleidsames zu finden. Ich scheitere kläglich, beobachte aber das muntere Treiben der Senioren. So wie es da zugeht, beschleicht mich der Verdacht, dass alle überlebenden Rentner ihre an sich gerafften Sachen gratis kriegen, wenn eines der alten Leutchen vor Ort ins Gras beißt. Ich fliehe letztendlich ohne auch nur ein Kleidungsstück in Erwägung gezogen zu haben. Nicht mein Stil...

Im virtuellen Austausch mit S. berichtet diese dann von einer Bestellorgie bei H&M. Nachdem der Onlineshop von Orsay schon nichts hergegeben hat, bin ich skeptisch, aber ich sehe mich auf der Website von H&M um – und entdecke wundersamerweise zwei Exemplare, die pixelig ein gutes Bild machen. Mal sehen, wann die Post mich beliefert… Allein dieser Fakt festigt mich so weit, dass ich mein Leid niederschreiben kann, sonst würde ich zitternd gegen Gummiwände rennen. Ich werde weiter berichten über das Ringen um das passende Kleidungsstück.

Schmökertipp für Wortverliebte

Am Freitag war ich in der örtlichen Leihbücherei um meine Tasche voller gelesener Bücher gegen eine Tasche voller ungelesener Bücher zu tauschen. Ich war bereits beim Scannen der Ausgesuchten Druckwerke, als mir ein Titel förmlich ins Auge sprang (Ich hoffe, er hat sich beim Abprallen vom Brillenglas nicht verletzt *g*):

"Eingewanderte Wörter"
Eine Auswahl der schönsten Beiträge zum internationalen Wettbewerb
"Wörter mit Migtrationshintergrund - das beste eingewanderte Wort"


Mir war dieser Wettbewerb des Goethe-Instituts nicht bekannt, genausowenig wie dessen Vorläufer. Da ich aber schon seit Jahren neben griechisch-römischen Schimpfwörtern auch eine Vorliebe für Lexeme mit Migrationshintergrund vorweisen kann, hab ich das Buch kurzentschlossen mitgenommen. Im Buch enthalten sind zahlreiche Einreichungen mit Begründung (die Wahl des Lieblings-Migranten musste erklärt werden), teilweise von Kindern, teilweise von Schulklassen, überwiegend aber von Erwachsenen. Nicht alle sind etymologisch hinterfüttert, viele aber schon - und auch ich hab noch Neues dabei gelernt. Die Beiträge sind teilweise auch witzig geschrieben, haben eine persönliche Note, wurden gedichtet. Es ist also abwechslungs- und lehrreich und kann in kleinen Happen genossen werden. Man mag die "Deutschlastigkeit" kritisieren, aber auch für Österreicher ist viel dabei. Wer Sprache liebt, mag ziemlich sicher auch das Buch.

Samstag, 6. Dezember 2008

Bügeln und Kleiderschrank

Seltsam, was mir heute an Energie zur Verfügung steht... Ich habe die rumliegende Wäsche mittels Bügeleisen in Kleidung verwandelt und zum Ausgleich das bisschen schmutzige Wäsche in saubere, feuchte - damit der Kreislauf eine Fortsetzung hat ;)

Obwohl ich glaube mich entsinnen zu können, vor eineinhalb Wochen oder so einen Berg Bügelwäsche bewältigt zu haben, habe ich heute schon wieder 30 Teile gebügelt. Ich frag mich, wann ich das alles an hatte... Ab und zu glaube ich an eine unsichtbare Mitbewohnerin, die in meiner Abwesenheit meine Kleidung schmutzig trägt *g* Ok, dieses Mal waren sieben neue Teile dabei (wie ich zu diesen kam, folgt vermutlich in Bälde in einem Extra-Beitrag). Aber trotzdem - das wären immer noch 2-3 Teile pro Tag. So verschwenderisch bin ich dann doch nicht, gewisse Dinge werden doch mehr als einmal getragen, bevor sie die Waschmaschine wieder von innen sehen. Unerklärliche Dinge ereignen sich hier...

Die gebügelten Sachen hübsch aufgestapelt, stehe ich vor dem Kleiderschrank vor einem Problem - einem Platzproblem! Kein Wunder, wenn ich ständig shoppen gehe ;) Zwar hab ich erst vor sieben Kilo ausgemistet, aber ich wusste eh, dass ein neuer Anlauf fällig ist. Letztes Mal war ich nämlich eher vorsichtig beim Wegwerfen von noch passenden Sachen, dieses Mal hab ich rigoros aussortiert, was schlabbert. Es fielen dem Aufräumwahn 50 Teile zum Opfer. Wahnsinn, was sieben Kilo ausmachen, das hätte ich mir nicht gedacht.

Mit Erschrecken hab ich festgestellt, das ich nur mehr über 3 passende Hosen verfüge. Aber solange an Röcken kein Mangel herrscht, werd ich damit klarkommen. Und da noch ein paar zu enge Hosen drauf warten, wieder zu passen, werde ich das einfach als frischen Anreiz betrachten, mich weiter zu reduzieren. Auf diesem Gewicht dümpel ich jetzt doch schon ein, zwei Monate rum.

Ich geh dann mal beim Aufräumen weitere Kalorien verbrennen, die Energie muss ich nutzen *flitz*

Ungeliebte Hausarbeit - Bügeln

Da ich alleine wohne, muss ich mich auch selber um den Haushalt kümmern - es gibt niemanden, an den ich ungeliebte Pflichten abschieben könnte. Ich bin "fachlich" problemlos in der Lage, mich um sämtliche anfallenden Arbeiten zu kümmern - aber ich MAG NICHT. Der Widerwillen, mich Dingen wie abwaschen (wenn ich nur Platz für eine Spülmaschine hätte), Staub wischen, aufräumen, Wäsche waschen, putzen und bügeln zu widmen, begleitet mich schon mein ganzes Leben lang. Die meisten Tätigkeiten kann man bisschen aufschieben, liegen lassen. Meine "Unlieblingstätigkeit" hingegen drängt sich in den Vordergrund - das Bügeln.

Ich trage gerne frisch gewaschene, saubere, gut riechende, geglättete Kleidungsstücke. Nur die Tätigkeiten, die dazu führen, aus getragener Kleidung wieder tragbare Kleidung zu machen, find ich grauenhaft. Das mit dem Waschen geht ja noch: Wäsche sortieren, in die Waschmaschine werfen, den Rest mach das treue Ding eh von allein.

Dann kommen aber die unangenehmeren Schritte: Wäsche aufhängen. Da meiner Wohnung leider auch der Platz für einen Wäschetrockner fehlt, muss ich das leider tun. Einerseits ist das mühsam, es nimmt Zeit in Anspruch, der Wäscheständer steht im Weg rum und es dauert seine Zeit, bis die Wäsche trocken ist. Und dann ist sie verfalteter, wie wenn sie einen Trockner von innen gesehen hätte. Aber im Vergleich zum finalen Schritt, dem Bügeln, ist Wäsche aufhängen auch noch ok. Die Bügelei aber zieht mir echt den Nerv.

Ich steh stundenlang rum, um aus geknitterter Wäsche (so glatt kann ich nicht aufhängen) glatte Kleidungsstücke zu fabrizieren, nur um den Vorgang in Kürze zu wiederholen. Außerdem kanns mir passieren, dass ich dabei mal eine Falte bügle, die da nicht hingehört, dass das Bügeleisen einen feuchten Fleck spuckt oder ich in grenzenloser Geschicklichkeit meine Haut mit der heißen Fläche des Bügeleisens kollidieren lasse. Wenns geschafft ist, finde ich das Ergebnis toll, aber der Vorgang selber löst nur Unwillen aus.

Vom dieser Abneigung zum Nachdenken angespornt, habe ich die Kleidung-Wäsche-Dualität entdeckt. Ein sauberes, gebügeltes, anziehbereites Kleidungsstück ist Kleidung. Solange ich dieses Kleidungsstück am Leib trage, qualifiziert es sich als Kleidung. Auch wenn ich es ausziehe und plane, es noch einmal anzuziehen, bezeichne ich es als Kleidung. In dem Moment aber, indem es meinen Körper verlässt und in den Wäschekorb wandert, mutiert das Ding von Kleidung zu Wäsche. Diesen Status behält das Kleidungsstück, solange es im Wäschekorb liegt, in der Waschmaschine rotiert, feucht zum Wäscheständer getragen wird, dort aufgehängt wird, wieder abgenommen wird, auf die heiße Berührung durch das Bügeleisen wartet. Während des Kontakts mit dem Bügeleisen verwandelt sich das Wäschestück dann wieder in Kleidung. Ich hoffe, mein Schrankinhalt leidet ob dieser Betrachtungsweise nicht unter einer Persönlichkeitsstörung. Über Diagnose- und Therapiemöglichkeiten werde ich gleich nachdenken, während ich das Bügeleisen schwinge ;)

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Unerklärliche Phänomene im Alltag - Handwerker und Nachtdienst

Warum finden lärmintensive Arbeiten rund um meine Wohnung immer nur statt, wenn ich gerade Nachtdienst-Woche habe und folglich untertags gern schlafen würd?
Heute war ich grad am Eindösen, als mich ein lautes, heulendes Geräusch quasi im Bett stehen ließ. Als es nach zwei Minuten immer noch nicht verklungen war, ging ich mal nachsehen. Mir wurde beschieden, dass heute die Vordächer erneuert werden würden, das nähme den ganzen Tag in Anspruch. Die aktelle Lärmerei sei aber bald vorbei. Mit zwei Oropax gelang es mir, Schlaf zu finden, aber erholsam war anders, denn auch durch Oropax dringt Restlärm durch. Vor allem, weil durch die besondere Konstruktion meiner Wohnung mein Schlafzimmerfenster auf den Hausflur geht. Und ein Großteil der Arbeiten ebenda stattgefunden hat.

Wäre das ein Einzelfall gewesen, würde ich ja nichts sagen. Aber immer, wenn lärmintensive Arbeiten anstehen, geschehen die während der einen Woche im Monat, während der ich untertags schlafen MUSS. Weitere Beispiele?

Als der Kanal gestemmt wurde - hatte ich Nachtdienst. Drei oder vier Tage Arbeiten im Hausflur, unter anderem mit Presslufthämmern. Auch hier war das sonst so praktische Fenster auf den Hausflur hinaus sehr kontraproduktiv.

Dieses Jahr der Gehsteig vor dem Haus aufgerissen und wieder asphaltiert wurde, geschah das - es ist zu erahnen - während meiner Nachtdienstzeit. Da lag zwar das Wohnzimmer zwischen dem Geschehen und meinem Bett, aber das hat weder an der Geräuschkulisse noch an den Vibrationen, verursacht durch die Baumaschinen, was geändert.

Und der Schornsteinfeger, der einmal im Quartal vorbeikommt, trifft eben wegen dieser Wiederholung auch immer die Nachtdienstwoche.

Man mag einwenden, dass das verzerrte Wahrnehmung sein könnte - ich geh davon aus, dass es das nicht ist. Denn auch an meinen Spätdiensttagen schlafe ich in den Vormittag hinein, weil ich erst nach Mitternacht ins Bett komme. Und da werde ich nie von Lärm aus dem Bett getrieben. Wenn man davon ausgeht, dass ich 25% der Wochentage untertags schlafe, wie wahrscheinlich ist es dann, dass immer genau zu diesem Zeitpunkt laute Arbeiten stattfinden?

Dienstag, 2. Dezember 2008

Mal wieder: Ungeschicklichkeit und Kaffee

Ich trinke recht gerne Kaffee. Aber nicht besonders viel davon. Ein bis zwei Tassen am Tag, gemittelt - mal mehr, mal weniger. Das war der Grund, warum ich mir eine Senseo geholt hab: Einzelportionen sind möglich, die Pads gibts überall und ich krieg ohne großen Aufwand rasch meinen Kaffee. Die Puristen unter den Lesern mögen aufjaulen, aber meine Milchkaffee-geeichten Geschmacksrezeptoren finden das vollkommen in Ordnung.

Da ich auch gern bisschen experimentiere, habe ich mir irgendwann mal eine Packung gekauft, in der neben einzeln verpackten Pads auch Tütchen mit "Topping" drin waren - zum Cappucchino-selber-basteln oder so. Davon wollte ich heute das letzte Pärchen verwenden.

Die Senseo war bereit, wartete nur noch auf das Pad, dessen Verpackung ich voller Elan aufriss. Tja, etwas zu viel Elan wohl, denn ich hab nicht nur das Tütchen aufgerissen, sondern das Pad gleich mit. Das braune Kaffeepulver hat sich "dekorativ" auf Arbeitsplatte, Herd und Fussboden verteilt, ein Teil landete auch in der Tasse. Nach den Aufräumarbeiten hab ich dann meinen aus einem anderen Pad gewonnen Kaffee genossen und über die Frage sinniert: Wär das mit Koffein intus auch passiert?

Montag, 1. Dezember 2008

Frühverkehr macht mich rasend

Nein, die Rede ist nicht von frühmorgendlichen Freuden im Bett, sondern von dem, was sich auf Wiens Straßen in aller Früh abspielt. Namentlich auf der Tangente (für Nicht-Wiener: A23, Stadtautobahn), die von Anfang bis Ende zu befahren ich das zweifelhafte Vergnügen habe.

Eigentlich bin ich ja begünstigt, weil mich der Frühverkehr nur recht selten betrifft - bei fünf von 36 Fahrten zwischen Wohnort und Arbeitsplatz bzw. umgekehrt innerhalb von vier Wochen (das ist die Frist, nach der das Dienstrad sich wiederholt). Ca. 1/7 der Fahrten im Frühverkehr zu verbringen, ist eigentlich zumutbar. Im Unterschied zu ca. 99% der anderen Verkehrsteilnehmer setze ich mich aber nicht nach ein paar Stunden Schlaf hinters Steuer, sondern nach 10 Stunden Nachtdienst. Da möchte ich dann eigentlich nur mehr diretissima nach Hause und ins Bett, ohne Aufregung, die den Schlaf gefährden könnte. Zwischen Arbeitsplatz und Bett liegen aber nun mal 25 km, und die fordern mir an Wochentagen Nerven ab, deren Existenz ich immer nur zu diesen Anlässen entdecke. Während ich also im Vollbesitz meiner Wachheit das Verkehrsgeschehen gerne vorausschauend überblicken möchte, scheinen die Lenker anderer Kraftfahrzeuge einen Teil des Schlafes hinter dem Steuer nachzuholen. Im wochentäglichen Frühverkehr sind eigentlich fast alle vom Vertrauensgrundsatz auszunehmen – da spielen sich für wache Menschen Dinge ab, die einfach nicht nachvollziehbar sind.

Die erste Geduldsprüfung spielt sich regelmäßig am Knoten Kaisermühlen ab. Einordnen lassen scheint da Fehlanzeige zu sein – als Resultat stockt der Verkehr. Wenn diese Hürde genommen ist, werden meine Nerven nur ein paar Meter weiter am Knoten Prater auf die Probe gestellt. Dort steht eine Abbiegespur zur Verfügung, auf der sowohl die A4 als auch die Abfahrt ins Zentrum angesteuert werden können. Klar stauts auf der Abfahrt. Aber warum muss es auch auf allen anderen Spuren stauen, die nicht überlastet sind und eigentlich zügig durchfahren werden könnten? Schaulustige, die gucken wollen, wie andere stauen? Ich verstehs nicht.

Für mich ist auch nicht verständlich, warum die Leute keine Geschwindigkeit halten können, auch nicht, wenn kein anderer sie dran hindern würde. Die Benutzung von Blinkern scheint im Frühverkehr ein noch selteneres Ereignis zu sein als sonst. Die Fahrzeuglenker dürften der Meinung sein, dass ein gemeinsames Maß an Müdigkeit auch mit telepatischen Fähigkeiten einher geht. Vor allem: ich würd den Desorganisationsgrad ja verstehen, wenn ein Großteil der Autofahrer da selten bis nie lang käme. Aber dem ist ja nicht so, da fahren ja täglich mehr oder weniger die selben Leute lang, die die Spielchen also alle schon kennen sollten. Allein der Fakt sollte doch zum Verkehrsfluss beitragen. tut er aber nicht…

Meist zieh ich das Auto dann kurz vor der Ankunft daheim auch noch mal bis über den Turbobereich hoch, weil mir zu dem Zeitpunkt schon die Nerven fehlen. Dem Durchschnittsverbrauch ist es schon egal, der hat auf der Tangente schon genug gelitten. Aber ich übertünche wenigstens die angespannten Nerven mit ein paar Glückshormonen vom Turbokick. Wenn ich dann noch einen Parkplatz in meiner Gasse bekomm (was mir die zur U-Bahn-Endstation pendelnden Badner und Mödlinger nicht leicht machen) bin ich happy – bis zum nächsten Kampf durch die tangentiale Blechlawine. Spannend nur, dass mich was rasend macht, das mich zum langsamen Fahren verdonnert...