Die gewiefte Kundin macht das so:
- Amazon ansurfen
- gustieren
- in den Warenkorb legen
- bestellen > in die Firma schicken lassen
- mit Kreditkarte zahlen, es sind ja alle Daten hinterlegt
- Bestellbestätigung abwarten
- Versandbestätigung abwarten
- am angekündigten Tag Amazon-Seite noch mal checken
- zur Poststelle tappern
- Paket entgegennehmen
- freuen - oder auch nicht
- Amazon ansurfen
- Artikel zur Rücksendung auswählen
- Rücksendung begründen (im aufwändigsten Fall ein paar Worte tippen)
- Etikett ausdrucken
- Lieferung wieder verpacken, Etikett aufkleben
- ab zur Post damit
Zeitaufwand für eine Amazon-Bestellung inkl. Rückabwicklung ab Entscheidungsfindung:
Bestellung: 3 Minuten
Lieferüberprüfung: 1 Minute
zur Poststelle tappern: 5 Minuten
Rücksendeformular ausfüllen: 2 Minuten
Verpacken: 3 Minuten
Weg zur Post (Abweichung von einem ohnehin gemachten Weg) inkl. Anstehen: 5-15 Minuten
Gesamt somit maximal 30 Minuten
Klingt nach einem perfekten System, oder? Warum kaufen Leute eigentlich noch anders ein? Tja, obwohl der Lagerstand von Amazon monströs ist - alles haben die nicht. So kann es also passieren, dass die geneigte Kundin einen anderen Ablauf einschlägt:
- Geizhals ansurfen
- Artikel heraussuchen
- Preise, Lieferzeiten, Versandkosten usw. vergleichen
- Adressen der Shops auf Karte festhalten, wenn man sich die horrenden Versandkosten sparen will
- Auf der Seite des am wenigsten ungünstig gelegenen Shops bestellen
- mühsam alle Daten inkl. Schuhgröße und Lieblingsessen ausfüllen (gefühlt)
- ewig auf Bestätigungen warten
- Rückfragen stellen
- vergeblich auf Antwort auf Rückfragen warten
- endlich die Info kriegen, dass das Teil abholbereit ist
- früher von der Arbeit weggehen, damit man rechtzeitig zum Shop kommt
- bar bezahlen
- dann freuen - oder auch nicht
- Email an den Shop
- vergeblich auf Antwort warten
- Anruf beim Shop
- widerwillige Auskunft, dass man das Trumm wiederbringen kann
- wieder durch die halbe Stadt kurven
- 7x erklären, warum das Ding nicht funktioniert. Jeder im Laden muss meine Aussage prüfen
- Insistieren, dass man rückabwickeln und nicht tauschen will
- Geld nicht wiederbekommen, sondern Kontodaten für Überweisung hergeben müssen
- nachhause fahren
- ärgern und saure Postings tippen
Bestellung: 10 Minuten
Lieferüberprüfung: 1 Minute
zum Geschäft fahren: 30 Minuten Umweg
(Problem im Internet recherchieren, Support anschreiben, um Rückabwicklung zu vermeiden: 60 Minuten)
Mail schreiben zur Rückabwicklung: 7 Minuten
Gespräch mit Geschäft führen: 3 Minuten
zum Geschäft fahren: 30 Minuten (ok, selber schuld, hatte das Ding in der Früh daheim vergessen)
Rückabwicklung im Geschäft: 30 Minuten
Heimfahrt: 30 Minuten
Warten auf die Rücküberweisung: bis zu 6 Wochen
Gesamt somit über 180 Minuten - plus die Zeit, die für die Zusatzrecherche draufgeht
Des Weiteren: viele leere Kilometer, die ja auch Geld kosten
Dazu kommt die Tatsache, dass die mir ein kaputtes Gerät liefern und ICH ihnen für den Fehler des Herstellers oder des Lieferanten (Gerät wirkte benutzt) einen Kredit in der Höhe von über 180 Euro geben "darf". Witzigerweise von einem Laden, der nur Barzahlung bei Abholung akzeptiert...
Ja, ich habe meine Lektion gelernt. Wenn es nach K. geht, wäre diese, dass ich keine Technik mehr bestellen soll, weil das nichts kann. Das sehe ich nicht so. Ich vermute eher, dass ich mich einfach an die Shops halten sollte, mit denen ich schon gute Erfahrungen gemacht habe. Eventuell wäre es auch hilfreich, sich nicht auf exotische Dinge zu versteifen, sondern einfach Sachen haben zu wollen, die Amazon hergibt.
Und somit kann ich nur mal wieder betonen, wie supertoll Amazon ist und wie viel einfacher sich damit das (meist vollkommen überflüssige) Konsumleben gestaltet.

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