Mittwoch, 1. Februar 2012

Gut gemeint vs. gut gemacht

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, keine Arbeit mit nachhause zu nehmen. Prinzipiell ist der Plan, dass ich alles, was den Job betrifft, quasi abgebe, wenn ich mich an der Stechuhr auslogge. Praktisch lässt sich das nicht 100%ig durchführen, weil mein Kopf halt nicht so funktioniert, dass ich ganze Gedankenkomplexe abschalten kann, während ich nicht im Dienst bin. Fachlich hat es recht gut geklappt, dass ich nichts mitnehme, bei persönlichen Dingen war es schwieriger - die haben mich zum Teil bis heim verfolgt und ein paar haben sogar das Wochenende mit mir verbracht.

Heute nun habe ich auch mit der fachlichen Regel gebrochen, wenn auch nicht absichtlich. Ich war über die Hälfte meiner Arbeitzeit bei einer Art Arbeitsgruppe, wo wir zu dritt versucht haben, etwas auf die Beine zu stellen. Es hat sich als nicht ganz einfach erwiesen und wir haben ohne wirklichen Erfolg abgeschlossen. Das Konzept meiner Kollegen ist in meinen Augen nicht alltagstauglich, all meine Lenkungsbemühungen wurden aber abgeschmettert. Auch sie am eigenen Leib erfahren zu lassen, was deren Vorschlag im Vergleich zu meinen an Mehraufwand bedeutet, hat keine Meinungsänderung hervorgerufen. Nachdem ich zur Zeit "hart in der Sache, weich zur Person" zu üben versuche, dürfte ich etwas zu sanft gewesen sein, denn ich bin meine Änderungen zum vorliegenden Konzept einfach auf taube Ohren gestoßen.

So kam es dann, dass ich nicht nur meinen Frust, sondern auch die Unterlagen mitgenommen habe. Zumindest letzere hätten eigentlich im Büro bleiben sollen, aber das habe ich irgendwie verschwitzt. Also liegen sie jetzt neben mir und ich erstelle grad ein neues Konzept mit weniger Redundanzen und einfacherer Zugänglichkeit. Zwar fühle ich mich schlecht, weil es den Eindruck macht, als ob ich die Kollegen hintergehe, aber nachdem ich im Endeffekt die Verantwortung haben werde, sollte ich auch schauen, dass was ordentliches bei der Sache rauskommt.

In Bezug auf meinen Vorsatz bin ich mir nun nicht so ganz sicher, ob ich stolz auf mich sein soll, dass ich einen ganzen Kalendermonat durchgehalten habe, oder ob ich mich mehr ärgern soll, dass ich schon zu Beginn von Monat 2 alle Umsicht fahren lasse und daheim ohne Bezahlung was für meinen Job tue... Bei meiner Einstellung ist aber wohl eher Triumphgefühl angesagt *gg*