Freitag, 17. Februar 2012

Filmbetrachtung: J. Edgar

Gestern abend verschlug es mich mal wieder ins Kino. Auf dem Programm stand der neueste Film von Leonardo DiCaprio, die Verfilmung der Lebensgeschichte des FBI-Gründers J. Edgar Hoover.

Ehrlich gesagt wusste ich nicht, was mich erwarten würde. Ich hatte mich nie mit der Person Hoovers auseinandergesetzt, hatte somit auch keine Vorstellungen. Nachdem ich Leonardo DiCaprio mittlerweile auch ganz ok finde, stand dem Filvergnügen also nichts im Wege.

Mir hat der Film ganz gut gefallen. Spannend fand ich, dass die Erzählweise nicht chronologisch war, sondern sich Rückblenden mit "aktuellem" Geschehen abgewechselt haben. Das fordert zwar mehr Aufmerksamkeit vom Zuseher, schafft aber auch interessante Situationen.

Die Bildsprache fand ich toll, optisch hat mich der Film begeistert. Die Maskenbildner haben fantastische Arbeit geleistet, die Alterung wirkte großteils natürlich. Nicht nur die Gesichter wurden verändert, auch die Hände zeigten Spuren von Alterung. Selbst die Augen, sonst das Alter auch gut verraten können, wurden angepasst. Somit war das eine absolut überzeugende Sache. Die Bilder von Washington DC haben mir gut gefallen und - mal wieder - Reiselust geweckt, obwohl ich da doch nicht mehr hinwollte.

Weniger gut gefallen hat mir die Synchro. Nicht nur schien sie teilweise holprig, es waren auch die Stimmen nicht so gut an die unterschiedlichen Lebensalter angepasst. Hier wäre es vielleicht besser gewesen, pro Darsteller zwei Sprecher zu nehmen, einen jungen und einen alten. Eventuell sollte ich mir den Film noch einmal in Originalfassung ansehen.

Die Schauspielleistungen von Armie Hammer und Naomi Watts in den wichtigsten Nebenrollen fand ich überzeugend, DiCaprio hat mich ziemlich begeistert. Er wirkt einfach überzeugend. Hier gilt zum Teil der Dank auch den Maskenbildnern, die es geschafft haben, die Mimik der Akteure trotz der kosmetischen Änderungen zu erhalten.

Fazit zum Film: Empfehlenswert. Man braucht etwas Sitzfleisch, aber der kleine Twist am Ende ist es wert.

Persönlicher Kommentar abseits vom Film: Ich nehme mal an, dass die Charakterisierung von Hoover großteils zutreffen ist, und ich vermute, dass ich den Mann nicht besonders gemocht hätte, vor allem wegen seiner Ansichten. Andererseits waren das damals mit Sicherheit andere Zeiten... Mal sehen, was ich über den Guten noch herausfinden kann, er scheint doch recht interessant gewesen zu sein.