Ich weiß, man macht über Katastrophen keine Scherze. Da ich allerdings über Sprache witzle und nicht über den Anlass, der dieses Thema mal wieder hervorgebracht hat, erlaube ich es mir nun einfach. Es geht um die Verwendung des Wortes "drohen" in den Medien.
"Der Vulkan droht in den nächsten 3 Stunden auszubrechen"
"Das Schiff droht unterzugehen"
"Die Wassermassen drohen das dicht bevölkerte Gebiet zu überschwemmen"
"Der Hang droht abzurutschen"
Ich denke, Ihr seht, was ich meine. Ja, all das sind lexikalisch und syntaktisch korrekte Sätze im Deutschen. Aber für mich hat "drohen" etwas sehr Aktives: "Geld oder Leben!", "Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!", "Wennst nicht sofort tust, was die Mama sagt, dann darfst heut abend nicht fernschaun!". Wie stelle ich mir das nun bei Naturkatastrophen vor?
Vulkan: "Wenn Ihr nicht sofort den CO2-Ausstoß reduziert, brech ich aus und vernichte 700 Quadratkilometer fruchtbares Land!"
Schiff: "Wenn der Ozean nicht sofort um 3 Grad wärmer wird, damit ich mir die Schraube nicht abfriere, sinke ich!"
Flut: "Wenn Ihr künftig nicht brav seids und nicht aufhörts, den Fluss zu verschmutzen, dann schwemm ich Euch alle weg!"
Erdrutsch: "Schnell, reibt mir die Hand mit Kreide ein, sonst rutsch ich ab und nehm die Häuser mit!"
Nein, natürlich nicht. Aber das in etwa sind die Szenarien, die sich in meinem Kopf abspielen, wenn mal wieder ein Radiosprecher erklärt, dass irgendetwas droht, irgendwas anderes zu tun. Gibt es da keine bessere Formulierung?
1 Kommentare:
DANKE Sabrina!
DANKE dass ich nicht alleine in dieser Welt lebe!
<3
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